PMI und Konfliktmanagement

Was sagt das PMI eigentlich zum Thema Konfliktmanagement?

Teammitglieder sind zunächst selber für das Lösen von Konflikten zuständig – bevor sie es an höhere Ebenen eskalieren. Wenn Probleme eskalieren sollte der Projektmanager sicherstellen, dass der Konflikt früh und privat adressiert wird und einen gemeinschaftlichen Ansatz wählen.

Das PMI nennt sieben Konflikt-Quellen in Projekten. In absteigender Reihenfolge der Wichtigkeit sind dieses:

  1. Ablaufplanung (Schedule)
  2. Prioritäten (Priorities)
  3. Ressourcen (Ressources)
  4. Technische Meinungen (technical opinions)
  5. Administrative Abläufe (Administrative procedures)
  6. Kosten (Cost)
  7. Persönlichkeiten (Personalities)

Konflikte können manchmal durch folgende Techniken vermieden werden:

  • Klare Abgrenzung von Aufgaben (Doppeldeutigkeiten oder überlappende Zuständigkeiten vermeiden)
  • Das Team informieren über:
    • Wo genau das Projekt hinführt (Ziele und Grundsätze)
    • Ergebnisse von Schlüssel-Entscheidungen (das Team einbeziehen wenn es angebracht ist)
    • Änderungen
  • Arbeitsanweisungen herausfordernd und interessant gestalten

Konflikte können einen positiven oder negativen Effekt auf Projekte haben. Es hängt davon ab wie sie gehandhabt werden. Das PMI nennt fünf Techniken wie man auf Konflikte reagieren kann:

  1. Problemlösung (ansprechen): Die Angelegenheit direkt und gemeinschaftlich ansprechen. Durch klassische Problemlösungsmethoden können beide Parteien auf eine Lösung hinarbeiten die ihren Bedürfnissen genügt („Win-Win-Situation“). Das PMI befürwortet diesen Ansatz als den ersten und besten.
  2. Kompromiss: Verhandeln und nach Kompromissen suchen die beide Parteien zu einem gewissen Grad zufriedenstellen. Das PMI betrachtet diesen Ansatz als den zweitbesten.
  3. Schlichten: Differenzen herunterspielen um die Atmosphäre freundlich zu halten. Diese Methode wird vermutlich die Ursachen des Konfliktes nicht lösen. Deshalb wird diese „Scheinlösung“ nur temporär sein.
  4. Rückzug: Verwendung einer herauszögernden Taktik wenn die Spannungen sehr stark werden und die zukünftige Zusammenarbeit gefährdet ist. Die Abfolge wäre dann: zurückziehen, abkühlen und später wieder eingreifen.
  5. Erzwingen: Eine Win-Lose-Situation erzeugen indem man die Ziele einer Partei heraushebt und die der anderen unterdrückt. Das PMI empfiehlt das „Erzwingen“ nur als letzten Ausweg, da es zu Feindschaft und einer Patt-Situation führen kann. Dieses wird zu weiteren Konflikten führen.

Quelle: PMP Exam Study Guide von C. Michael Farr (Ph.D.) und CMF Solutions, Inc, Seite 7-11f

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